
| „Mit freier Szene vorsichtig umgehen“ |
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„Jede Mannschaft braucht einen guten Trainer, der sie motiviert“, sagt Klaus Thorwesten. Und Lioba Meyer assistiert: „Wir müssen eine gute Kommunikationskultur wiederherstellen.“ Geht es um einen Abstiegskandidaten der Fußball-Bundesliga? Nein, den beiden Vertretern des „Vereins freier Kulturträger in Osnabrück e. V.“, kurz VKO, geht es um die freie Kulturszene Osnabrücks. Ihre Diagnose: Die Kulturszene ist bedroht – durch mögliche Kürzungen und einen Umgangsstil, der nichts Gutes erhoffen lässt.
„Wir müssen mit der freien Szene vorsichtig und unterstützend umgehen“, sagt Lioba Meyer. Das Engagement sei anzuerkennen. Obendrein dürften freie Szene und die großen Kulturinstitutionen nicht gegeneinander ausgespielt werden. In beiden Kulturbereichen stecke viel bürgerschaftliches Engagement. Der VKO ist eine Dachorganisation und Interessenvertretung der freien Kulturszene, der 18 Einrichtungen angehören – von Zimmertheater bis „ARTverwandt“, von der Remarque-Gesellschaft über Filmforum und Figurentheater bis zur Lagerhalle und anderen Kultureinrichtungen.
Ein Punkt ist Meyer und Thorwesten in der gegenwärtigen Diskussion um mögliche Kürzungen am Kulturetat besonders wichtig: Sie halten gerade die freie Szene für besonders innovativ. Die Vielfalt der Kulturszene mache die Stärke Osnabrücks als Kulturstadt aus. Diese Vielfalt müsse respektiert und ausgebaut werden, sagten Meyer und Thorwesten im Gespräch mit der Redaktion „Kultur und Service“ unserer Zeitung. „Eine Stadt darf Kulturvielfalt nicht unter ein Oberthema einzwängen, sie braucht die vielen Themen und Ausdrucksformen: von Film, Malerei, Literatur und Theater bis hin zur Musik. Die Vielfalt der Kultur ist ihre Stärke“, machte Lioba Meyer deutlich, dass auch das Profil der Friedenskultur nicht notwendige Bedingung für die Unterstützung von Kulturangeboten sein dürfe. Der VKO will in der weiteren Diskussion um die Entwicklung der Kultur in Osnabrück nun selbst die Initiative ergreifen. Am Montag, 26. April, veranstaltet der Verein eine Podiumsdiskussion mit Kulturexperten, die Fragen der Entwicklung der städtischen Kultur erörtern sollen. Als auswärtiger Gast wird Jörg Stüdemann, Beigeordneter für Kultur der Stadt Dortmund, dabei ein Impulsreferat halten. Veranstaltet der VKO damit seinen eigenen Kulturgipfel? Das wohl nicht. Es sei gut gewesen, die Kultur zu adressieren, sagt Lioba Meyer zum Kulturgipfel, den Oberbürgermeister Boris Pistorius initiiert hatte. Die Freiheit der Kultur dürfe dadurch jedoch nicht eingeschränkt werden, sagte sie zu dem Thema abschließend. Von Stefan Lüddemann - Osnabrück Quelle: http://www.neue-oz.de/information/noz_print/feuilleton/24674894.html
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