Keine Kürzungen im Kulturbereich
Eine Initative der Kulturschaffenden in Osnabrück
„Wir sind blockiert“ Drucken

Norbert Ozzo und Gabriele Mertins vom Figurenhteater im Interview mit der NOZ


Sie möchten ja schon zur Haushaltskonsolidierung beitragen. Aber derzeit seien sie „blockiert“, sagen Norbert Otto und Gabriele Mertins vom Figurentheater Alte Fuhrhalterei“: von der Verwaltung und von der Politik.


Vielleicht kommt alles nicht so schlimm, wie es Kultusdezernentin Rita Maria Rzyski bei der Sitzung des Kulturausschusses im vergangenen November darstellte. Damals stellte sie den kompletten Zuschuss für das Figurentheaters zur Disposition; rund 73000 Euro würde die Stadt damit sparen. Mittlerweile ist „einiges in Gang gekommen“, sagt der Vorstand der Alten Fuhrhalterei, Norbert Otto, beim Redaktionsgespräch mit der Kulturredaktion dieser Zeitung.

Wie für andere Kulturträger auch, die von möglichen Kürzungen betroffen sind, hat es Gespräche mit Kulturverwaltung und Vertretern der Ratsfraktionen gegeben; wie andere Kulturträger sucht das Figurentheater nach Wegen, die Einrichtung zu finanzieren und gleichzeitig den Zuschussbedarf zu reduzieren.



Förderverein, Bettensteuer, Kulturfonds: Mertins und Otto führen all die Möglichkeiten an, die seit Neuestem diskutiert werden. Doch: „Wir sind derzeit ausgebremst“, sagt Otto, weil nicht klar sei, ob Politik und Verwaltung Lösungen für die freie Osnabrücker Szene insgesamt suchen oder die Probleme für jede Einrichtung individuell angegangen werden sollen.


Immerhin: Die Bereitschaft, nach Einnahmequellen zu suchen, ist da. Aber auch das Bewusstsein für die Grenzen: Ohne eine feste Zusage der Stadt gehe es nicht, da jeder Sponsor das finanzielle Engagement der Stadt voraussetze. Außerdem: „Wir haben nicht die Möglichkeiten, auf Sponsoren zuzugehen, wie eine große Einrichtung“. Und dieser Einschätzung folgt die Kritik an der Vorgehensweise: „Wir hätten uns gewünscht, dass sich die Kulturdezernentin vor die Einrichtungen stellt“, sagt Mertins, und Otto äußert das „ungute Gefühl“, es werde „Marketing mit Kultur vermischt“.


Gleichwohl hoffen die beiden Vertreter des Figurentheaters auf Strukturen, in denen Kulturverwaltung und -politik „Stützpfeiler“ für die freien Träger setzen und konkrete Perspektiven bieten. Die Weichen könnten bei der Ratssitzung am 16. Februar gesetzt werden. Hofft das Figurentheater.


von Ralf Döring - Osnabrück


Quelle:  http://www.neue-oz.de/information/noz_print/feuilleton/24581898.html





Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 11. Februar 2010 um 06:54 Uhr