
| Die Spielräume werden kleiner |
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Interview in der NOZ vom 02.02.2009 Verständnis für die Heftigkeit der öffentlichen Diskussion hat er hingegen nicht. „Unsere Einsparvorschläge haben Reaktionen ausgelöst, als wollten wir nicht 140000 Euro, sondern 14 Millionen einsparen“, sagte Pistorius bei einem Besuch in der Kulturredaktion unserer Zeitung, zu dem er gemeinsam mit Kulturdezernentin Rita Maria Rzyski erschienen war. Ihm fehle in dieser Diskussion das Verhältnis zu anderen Problembereichen der Stadt, sagte Pistorius und fügte an: „Über Kinderarmut in Osnabrück regt sich niemand auf.“ Seiner Darstellung nach geht es darum, der Stadt Spielräume für Gestaltung zu erhalten. Die Kulturszene habe „kein erkennbares Profil“. „Wir machen in Osnabrück nichts Neues mehr“, sekundierte Rita Maria Rzyski. Bei einem ungefähr gleichbleibenden Etat habe sich die Kulturszene immer mehr ausgeweitet. „Da kann sich nichts richtig entfalten“, sagte Rzyski. Und mehr noch: „Es darf hier keiner wirklich gut sein.“ Das müsse sich ändern. Zugleich gestand Frau Rzyski auch Fehler in der Umsetzung des Prozesses zur Erarbeitung einer neuen Strategie ein. Sie habe keine Zeit gehabt, „einen kompletten Kommunikationsprozess auf die Beine zu stellen“. Gespräche habe es aber dennoch gegeben. Für die entstandenen persönlichen Betroffenheiten könne sie sich hingegen nur entschuldigen. „Das soll so nicht sein“, sagte sie bezogen auf Britta Habuch vom Unordentlichen Zimmertheater, die nach Bekanntgabe der Kürzungsvorschläge eine Sitzung des Kulturausschusses entnervt verlassen hatte. Die Proteste der Kulturszene gegen die Kürzungen hat nach Einschätzung von Pistorius und Rzyski gezeigt, wie solidarisch diese Szene aufgestellt sei. „Der Widerstand zeigt die Energie, die in der Szene steckt“, sagte Pistorius. Nun müsse es jedoch um weitere Profilbildung gehen und um die Frage, welche Einrichtungen das Potenzial hätten, andere Unterstützer zu finden. „Wie können wir die Kultur ein wenig von der Abhängigkeit von der Stadt lösen?“, formulierte Rzyski eine zentrale Frage. Nach Möglichkeit müssten mehr Schultern die Kultur tragen „als nur die kommunale“. Darüber hinaus soll nach den Worten von Rzyski und Pistorius die Profilbildung in der Kulturszene weitergehen. Die Frage nach relevanten Themen und der Imagewirkung der Kultur müsse neu gestellt werden, sagte die Dezernentin. „Das Thema Frieden begründet die kulturelle Identität der Stadt“, sagte Rzyski weiter. Gleichzeitig betonte sie wie Boris Pistorius, dass natürlich nicht jede kulturelle Aktivität unter dieser Prämisse gesehen werden müsse. Die derzeitige Diskussion um Zukunftsfragen der Kultur in Osnabrück zeige, wie sehr die Szene wirklich lebe, sagte Rzyski. Die Institutionen seien jetzt mehr beieinander als vorher. Dies verbuchte sie als einen wesentlichen Fortschritt. Von Stefan Lüddemann - Osnabrück Quelle: http://www.neue-oz.de/information/noz_print/feuilleton/24583769.html
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| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 11. Februar 2010 um 06:55 Uhr |
