
| Elisabeth Lumme zum Umgang mit den Kürzungsvorschlägen |
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Die Künstlerin Elisabeth Lumme stellt zur Diskussion
Nach dem Rundumschlag des OB, der hoffentlich massenhaft Reaktionen hervorruft, bleibt abzuwarten, wie sich Kulturverwaltung und -politik im folgenden im Diskussionsprozess verhalten. Wünschenswert wäre es, gemeinsam bürgerliches Engagement, das bisher nur das Theater im Blickpunkt hat, für die Unterstützung der gesamten Kulturszene zu gewinnen. In der politischen Auseinandersetzung um freiwillige Ausgaben muss klargestellt werden: Der Kultursektor ist nicht verhandelbar, denn die Rolle der Künste ist Voraussetzung für Bildung damit für das Gelingen gesellschaftlicher Entwicklung. Der VKO kann in dieser Diskussion eine gewichtige Rolle spielen, denn er kann die Diskussion, die bisher zwischen Kultur als Marketingfaktor und Kultur als (verzichtbare) freiwillige Leistung zerfasert ist, bündeln um ihr im Gegenteil höhere Priorität zukommen zu lassen. Zum gegenwärtigen Diskussionsstand: Die Debatte um Einsparungen wurde eingeleitet durch ein fragwürdiges Evaluationsverfahren unter der Mitwirkung des Moderators Haselbach. In Herford haben die Haselbachstudie und die von ihm entwickelten Handlungsszenarien zu einer tiefen Spaltung innerhalb der Bevölkerung geführt. Statt einen Diskussionsprozess zu moderieren hat Haselbach für eine Leuchttürme-Politik geworben während alle anderen Institutionen tiefe Einschnitte bis Schließungen hinnehmen sollen. Die latente Unzufriedenheit der zahlreichen MARTa-Gegner hat sich dadurch in blanken Hass verwandelt, der sich sogar gegen einzelne Mitarbeiter des Museums richtet. Das Klima ist vergiftet. Frau Rzyski hat nach der Strategiedebatte ihre Einsparvorschläge erstellt. Ihre eklatanten Fehler und die mangelhafte Kommunikation nötigen die freien Kulturträger in eine Diskussion um Lösungen für das Haushaltsdefizit. Für ihr solidarisches Auftreten werden sie nun vom OB beschimpft. Übrigens, der Herforder Bürgermeister tritt entgegen der befürworteten Leuchtturmförderung für den Erhalt der Kulturvielfalt ein! Wir müssen darauf drängen, dass die gute Osnabrücker Gesprächskultur (die für den kommunalen Kulturentwicklungsplan I und II wegweisend war) wieder hergestellt wird. Aber ein Moderator, der spaltet, eine Dezernentin, die kein angemessenes Kulturverständnis besitzt und ein Bürgermeister, der gegen die freie Kulturszene polemisiert, sind die größten Hindernisse für eine konstruktive Zusammenarbeit. Bleibt das Gespräch mit der Politik. Ich meine, die freie Kulturszene hat die Aufgabe und das Recht, zweckfreie Kunst und Kultur öffentlich zu verteidigen. (Wer könnte es denn sonst tun? Die städtischen Einrichtungen werden sich naturgemäß nicht gegen die Pläne der Verwaltungsspitze äußern.) Jeglicher Einmischung seitens der Politik und Verwaltung in Fragen der Kunst (z.B. in Form von Marketingstrategien als Förderkriterien) muss Widerstand entgegen gesetzt werden! Förderkriterien lassen Kunst entweder entstehen oder sie verhindern sie. Die Grundsatzdebatte über die Freiheit der Kunst darf nicht aufgegeben werden, Kunst und Kultur sind Bildungsgut für alle und brauchen Förderung durch öffentliche Mittel.
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 02. Februar 2010 um 23:55 Uhr |

