Keine Kürzungen im Kulturbereich
Eine Initative der Kulturschaffenden in Osnabrück
Eine Bühne für alle Drucken

Britta Habuch vom ersten unordentlichen ZimmerTheater im Interview der NOZ


Verteidigt ihr Theater: Britta Habuch. Foto: Gert WestdörpDie Kürzungsvorschläge von Kulturdezernentin Rita Maria Rzyski kamen für Britta Habuch vom Zimmertheater völlig unerwartet. Als dem Kulturausschuss im Herbst die Pläne vorgestellt wurden, verließ sie niedergeschlagen den Sitzungsraum. Schließlich trifft es das Zimmertheater hart. Die Stadt will ihren Zuschuss von 10 000 Euro für die Amateurbühne streichen.


Inzwischen habe es ein Gespräch zwischen Rzyski und den Mitgliedern des Zimmertheaters gegeben, sagt Britta Habuch im Redaktionsgespräch mit der Neuen OZ. Die Atmosphäre sei „angenehm“ gewesen. Außerdem habe sich Rzyski entschuldigt, dass sie Habuch mit ihrem Vorschlag so hart getroffen habe.


Das Problem indes bleibt. Erst mit dem Ratsbeschluss wird sich zeigen, wie es weitergeht. Bis Jahresende ist der Betrieb aber gesichert. Britta Habuch ist erleichtert. „Wir müssten sonst sofort zumachen und wüssten gar nicht, was wir mit unseren laufenden Produktionen machen sollen“, sagt sie.


Fast jedes Wochenende laufen zwei Vorstellungen im Zimmertheater. Nur im Sommer passiert nicht viel. Im restlichen Jahr zeigen verschiedene Amateurgruppen ihre Produktionen. Und die sind sehr gefragt. „Unsere eigenen Produktionen sind fast immer ausverkauft“, sagt Habuch. Auch die regelmäßig laufenden Improshows sind begehrt und sorgen für ein volles Haus.


Im Zimmertheater kann jeder kreativ werden. „Wer bei uns Mitglied wird, kann auch Theater machen“, erklärt Habuch. Inhaltliche Vorgaben gibt es nicht. Die Theatermacher können sich austoben. Danach gefragt, was den Charakter des Zimmertheaters ausmache, sagt Britta Habuch: „Das Unordentliche, das Unhierarchische, das Ausprobierendürfen.“ Das Konzept ist gefragt. Die Bühne ist jeden Abend für Vorstellungen oder Proben belegt.


Sechs Gruppen gibt es im Zimmertheater. Wer mitmachen will, muss vierteljährlich 21 Euro Mitgliedsbeitrag zahlen. Über mögliche Finanzierungsalternativen für den Zuschuss der Stadt haben die Mitglieder des Zimmertheaters bereits nachgedacht. Sie könnten sich etwa vorstellen, einen Förderverein zu gründen, sagt Habuch. Die Suche nach Sponsoren wäre dagegen schwierig. Schließlich haben alle Mitglieder einen Job und können nur abends Theater machen. Da bleibt nicht viel Zeit.


Und dann ist da noch ein anderer Nebeneffekt des Zimmertheaters. Denn manch ein Schauspieler findet von dort seinen Weg auf die professionelle Bühne. Schließlich macht es weniger Angst, erst mal vor einem kleinen Publikum als vor mehreren Hundert Zuschauern zu spielen.


Quelle: http://www.neue-oz.de/information/noz_print/feuilleton/24532142.html





Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 26. Januar 2010 um 14:59 Uhr