Keine Kürzungen im Kulturbereich
Eine Initative der Kulturschaffenden in Osnabrück
OS-Radio-Podcast: Kürzungen bei der Kultur Drucken
Marion Scholz am 26. November 2009

Die Stadt will und muss kräftig sparen, wenn sie nicht noch weiter in die Schuldenspirale kommen will. Gestern (am Mi., 25.11.) hat der Osnabrücker Kulturausschuss getagt. Was viele geahnt, aber dennoch nicht gehofft haben, steht ab sofort zur Diskussion: Auch bei der Kultur will die Stadt Osnabrück zukünftig sparen. Beschlossen hat die Stadt noch nichts, aber die Verwaltung hat konkrete Beispiele gebracht, wo demnächst der rote Stift angesetzt werden könnte. Mehr dazu weiß Marion Scholz:


Rund 580 000 Euro will die Stadt ab 2013 jährlich am Kulturetat einsparen. Die Stadt macht jetzt erste Vorschläge, wie das gelingen könnte. Das Ziel sei, keinen Kahlschlag zu betreiben, sondern in den Bereichen zu kürzen, in denen es mehrere Einrichtungen gibt. Davon betroffen ist vor allem die Theaterszene. In diesem Zusammenhang wurden das Figurentheater und das Zimmertheater erwähnt. Welche Einrichtungen in der Musiklandschaft mit Kürzungen rechnen müssen, weiß die Vorsitzende des Kulturausschusses Brigitte Neumann:


In diesem Zuge will die Stadt sich auf das European Media Art Festival, das Osnabrücker Filmfest und das Morgenland Festival konzentrieren. Die Osnabrücker Blueslawine, Classic con brio und das Euregio Festival sollen nicht mehr gefördert werden. Bei weiteren kulturellen Einrichtungen verspricht sich die Verwaltung durch eine andere Form der Organisation Einsparungen, so Brigitte Neumann:


Bleibt noch die Literatur. Die vier Stadtteilbibliotheken in Eversburg, Haste, Neustadt und Schinkel werden voraussichtlich geschlossen. Das ist ein herber Schock, gerade für die älteren Bürger. Dafür soll mit den Mitteln aus dem Konjunkturpaket II ein neuer Bibliotheksbus angeschafft werden. Der Bus könnte sogar Vorteile gegenüber der jetzigen Situation bieten:


Die Bibliothek im Herzen von Osnabrück sei gut ausgebaut, funktioniere und solle weiter gestärkt werden, so Brigitte Neumann. Ihr ist es in der jetzt angestoßenen Kürzungs-Diskussion wichtig, dass die freien Träger mitgenommen werden. Der Kulturausschuss wolle mit ihnen im Gespräch bleiben und nichts überstülpen. Die Stadt lädt alle freien Träger am 11. Dezember zu diesem Zweck ein. Brigitte Neumann wünscht sich eine lebendige Diskussion:


Und es werden gewiss einige Bürger zur Diskussion angeregt, wenn unter Umständen das Aktionszentrum 3. Welt mit 27-jähriger Tradition schließen muss. Denn auch hier sieht die Verwaltung vor, die öffentlichen Mittel zu kürzen.



Auch in der Kultur wird demnächst also kräftig gespart. Betroffen sind unter anderem die Musik- und Theaterlandschaft und die Stadtteilbibliotheken. Das war ein Beitrag von Marion Scholz über die geplanten Kürzungen der Stadt Osnabrück im Bereich der Kultur.




Hier können sie den Betrag im Orginal sehen (und hören): OS-Radio-Podcast - Kürzungen bei der Kultur




Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 14. Februar 2010 um 19:44 Uhr