Keine Kürzungen im Kulturbereich
Eine Initative der Kulturschaffenden in Osnabrück
Brief des Zimmertheaters an Frau Rzyski und Herrn Pistorius Drucken

 

"Theater ist nicht einfach nur ein Hobby, sondern eine Passion, die 100% deines Enthusiasmus und deiner Kraft fordert - wer dies nicht leisten kann oder möchte, sollte sich eine andere Freizeitbeschäftigung suchen"

 

 

Sehr geehrte Frau Rzyski, sehr geehrter Herr Pistorius,

 

auf der letzten Kulturausschusssitzung hat Frau Rzyski angeregt, die Zuschüsse für das erste unordentliche ZimmerTheater ab 2011 um 100% zu kürzen. Dazu möchte der Vorstand des ZimmerTheaters folgende Stellungnahme abgeben:

 

Der Kürzungsvorschlag führt zu keinen kurzfristigen Einspareffekten.
Der städtische Zuschuss für das ZimmerTheater entspricht exakt der Kaltmiete, die der Trägerverein des ersten unordentlichen ZimmerTheaters an das Medienhaus zahlt. Das Medienhaus zahlt die Miete an die Stadt weiter. Das Medienhaus kann und will die Räumlichkeiten des ZimmerTheaters nicht selbst nutzen, eine Nutzung durch andere Mieter erscheint mehr als fraglich. Alle weitere Kosten des ZimmerTheaters, wie Nebenkosten für Heizung und Strom, die technische Ausstattung des Theaters mit Licht- und Tonanlage, die Unterhaltung und Reinigung der Räumlichkeiten und natürlich nicht zuletzt die Produktionskosten für die einzelnen Theaterinszenierungen (Werbung, Bühnenbild, Kostüme, Requisite etc.) werden vollständig durch den Trägerverein des ersten unordentlichen ZimmerTheaters getragen.

 

Der Kürzungsvorschlag zerstört ehrenamtliches Engagement.
Alle Mitglieder des ersten unordentlichen ZimmerTheaters arbeiten ehrenamtlich für die Förderung der Osnabrücker Kultur. Es werden weder Gagen noch andere Zahlungen an Mitglieder des Trägervereins ausgezahlt. Die Mitglieder bezahlen im Gegenteil 88€ im Jahr, die ausschließlich für die Förderung der Theaterkultur ausgegeben werden.

 

Der Kürzungsvorschlag vernichtet ein wichtiges Stück der Osnabrücker Kultur.
Die Umsetzung dieses Kürzungsvorschlages hätte die Schließung des ersten unordentlichen ZimmerTheaters zur Folge. Die fehlenden Mittel können nicht durch höhere Mitgliedsbeiträge, höhere Eintrittspreise und höhere Preise für Getränke ersetzt werden. Das ZimmerTheater produziert seit über 10 Jahren unterschiedliche Tanz- und Theaterproduktionen und hat einen festen Stamm von gerade auch älteren, kulturinteressierten Osnabrückerinnen und Osnabrückern, die regelmäßig die Aufführungen des ZimmerTheaterensembles besuchen.

 

Der Kürzungsvorschlag führt zur Verarmung der kulturellen Landschaft Osnabrücks.
Das erste unordentliche ZimmerTheater ist regelmäßig Spielstätte für kleinere Theaterproduktionen. Gastgruppen und Einzelkünstler nutzen das Zimmertheater, um kleinere Produktionen dem Osnabrücker Publikum vorzustellen. Die gastierenden Künstlerinnen und Künstler schätzen die einmalige intime Atmosphäre in den Räumlichkeiten in der Lohstraße.

 

Der Kürzungsvorschlag passt nicht zu den Zielen des Strategiepapiers zur Kulturförderung.

Im Strategiepapier zur Kulturförderung heißt es: "Kulturelle Beteiligung betrifft Aktivitäten von Bürgerinnen und Bürgern. Kulturelle Beteiligung und kulturelle Bildung stehen in einem engen Zusammenhang. Ziel öffentlicher Förderung ist, den Beteiligten zu ermöglichen, eigene kulturelle Aktivitäten zu entfalten. Dahinter steht die Annahme, dass kulturelle Betätigung und Ehrenamt in der Kultur zum Zusammenhalt des Gemeinwesens beitragen." Das erste unordentliche ZimmerTheater stellt seine Räumlichkeiten für Jugendtheaterprojekte, für Theater-AGs aus diversen Schulen, für Projektgruppen sozialer Träger und für einzelne Künstlerinnen und Künstler zur Verfügung und fördert dadurch das Gemeinwesen.

 

Wir möchten in diesem Brief auch unsere Enttäuschung darüber zum Ausdruck bringen, dass Frau Rzyski mehrere Einladungen des Vorstandes kurzfristig abgesagt hat. Frau Rzyski ist dem Dialog mit dem Vorstand aus dem Weg gegangen und sie hat bisher auch keine Einladung zu einem Theaterabend im ersten unordentlichen ZimmerTheater wahrgenommen. Wir fragen uns, was die Grundlage für Ihren Streichungsvorschlag war. Obwohl wir tief enttäuscht über die aktuellen Kürzungspläne sind, suchen wir den Dialog mit Ihnen. Wir würden ihnen gerne unsere Arbeit vorstellen, da wir davon überzeugt sind, dass das erste unordentliche ZimmerTheater ein unverzichtbarer Bestandteil der lebendigen Osnabrücker Kultur ist.

Mit freundlichem Gruß

 

Vorstand des ersten unordentlichen ZimmerTheaters

  • Britta Habuch

  • Katrin Langwellpott

  • Doerthe Blömer

  • Volker Hunsche

  • Ralf Erdmann

 


Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 13. Januar 2010 um 00:22 Uhr