Keine Kürzungen im Kulturbereich
Eine Initative der Kulturschaffenden in Osnabrück
Stellungnahme des VKO

Protokoll der Sitzung vom 2.12.  - Stellungnahme Kürzungsvorschläge - Entwurf

 

Mit Einsparungen in den Kulturetats lassen sich die derzeitigen finanziellen Probleme der kommunalen Haushalte nicht beheben. Der Verein der freien Kulturträger Osnabrück (VKO), zu dem sich 18 Kultureinrichtungen zusammengeschlossen haben, lehnt die von der Kulturdezernentin vorgeschlagenen Einsparungen ab.  Die Vorschläge sind unausgewogen und gehen einseitig zu Lasten kleiner Zuschussempfänger. Die Umsetzung würde die kulturellen Einrichtungen Figurentheater, Zimmertheater und A3W unwiederbringlich zerstören. Wir bitten den Rat der Stadt um sein Votum dafür, kostenträchtige Groß- oder Leuchtturmprojekte inklusive kostspieliger Marketingaktionen auszusetzen und statt dessen die kulturelle Infrastruktur zu erhalten.

 

Wir sind gegen eine Priorisierung von Stadtmarketingstrategien bei der Kulturförderung. Die Kultur in Osnabrück sollte in erster Linie ein Angebot an die Osnabrücker Bürgerinnen und Bürger sein: für alle offen und kontinuierlich. Auch die Reduzierung der Projektmittel trifft in erster Linie kleine Initiativen und Vorhaben.

 

Die Streichungsvorschläge stehen weiterhin in Widerspruch zu verschiedenen Förderzielen der Stadt:

 

  • Figurentheater als Kinderkultur-Einrichtung - Familie geht vor, Kinder- & Familienfreundliche Stadt

  • A3W - Bildung & Friedensstadt

  • Zimmertheater dient auch dem Nachwuchs als Probierfläche und somit der kulturellen Bildung

 

Was weiterhin sehr bedenklich stimmt, ist nicht allein die Höhe der Einsparungen in der Summe, sondern das Fehlen eines vorheriges Kommunikationsprozesses mit den von den 100%igen Kürzungen betroffenen Institutionen. Die Vorschläge kommen aus heiterem Himmel.

 

Der VKO kritisiert auch die Intransparenz bei der Erarbeitung dieser Vorschläge. Wer hat denn persönlich diese Vorschläge entwickelt, die sich angeblich auf das Strategiepapier stützen? Wie sahen die Entscheidungsprozesse aus und wer hat daran teilgenommen?

 

Wir stellen bei den Vorschlägen leider eine schlechte Recherche und Sachkenntnis fest: es wird über Einrichtungen und Angebote geurteilt, die der Kulturdezernentin gar nicht aus direkter Anschauung bekannt sind, es wird vom grünen Tisch geurteilt (z.B. der Zuschuss an das Zimmertheater fließt über die Miete des Gebäudes fast ganz an die Stadt zurück).

 

Damit wird die Tradition einer früher bestehenden Kommunikationsqualität durch die Kulturdezernentin leider nicht fortgesetzt.

 

Auch lässt die Absicht, die Arbeitsplätze langjähriger, um die Stadt verdienter Mitarbeiter der freien Träger zu vernichten, jegliche Wertschätzung ihrer Arbeit und Verdienste vermissen, mal ganz abgesehen von der hier geleisteten viel ehrenamtlichen Arbeit.

 

Kommunale Aufgaben sollen immer mehr auf freie Träger verlagert werden - aber wir konstatieren ein völliges Ausblenden jeglicher sozialer Rücksicht in den Kürzungsvorschlägen an die freien Träger: wie sollen Arbeitsplätze bei freien Trägern zukünftig noch attraktiv sein? Heißt die Zukunft für die freien Kulturträgern "hire & fire?