|
Diskussion in der NOZ - von Daniel Benedict Warum steckt die Öffentlichkeit Geld in Kultur und Medien? Damit Kreativität von Marktgesetzen unabhängig ist. Ausgerechnet aus dem Theater kommt nun der Ruf nach Quoten. Das darf man getrost als selbstmörderisch verbuchen. Zwang zur Popularität verhindert Mut zur Provokation. Und wieso überhaupt fördern, wenn doch der Massengeschmack entscheidet?
Der Vorschlag, Kultur nach Zuspruch zu bewerten, birgt weitere Gefahren: Er schafft einen Wettbewerb, der künstlich bleibt. Das Kieler Theater konkurriert ja nicht mit Lübeck ums Publikum, sondern mit Kieler Kinos und Cafés, mit Fernsehen und Internet. Warum sollte das Lübecker Theater dafür bestraft werden, dass seine jungen Zuschauer in nur 40 Minuten nach Hamburg aufs Konzert fahren können? Quotendenken schafft falsche Gegner – die nun noch weniger Lust verspüren dürften, sich gemeinsam gegen die eigentliche Konkurrenz starkzumachen.
© Neue OZ online 2009
|
|
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 17. April 2010 um 11:40 Uhr |