Keine Kürzungen im Kulturbereich
Eine Initative der Kulturschaffenden in Osnabrück
Schade um das Potential Drucken

Es gibt weder Freibier auf der Osnabrücker Maiwoche noch arbeitet der Straßenbau ehrenamtlich. Von der freien Kultur und dem sozialen Bereich wird das dagegen selbstverständlich erwartet. Mit welchem Recht?


Bei den Kulturträgern und freien Kulturinitiativen sind für kreative Ideen Strukturen entstanden. Das kam nicht von heute auf morgen.
Diskussionen über Inhalte, hartnäckiges Engagement, Zähigkeit, Ausdauer und Klugheit über Jahre haben dazu geführt, dass in Osnabrück eine lebendige und kreative Kulturlandschaft exisitert.


Neben dem Potential an Strukturen hat sich durch Arbeitserfahrungen, nationale und internationale Kontakte noch etwas anderes entwickelt: Expertenpotential.


Diese Experten auf ihrem Gebiet werden jetzt mit Füßen getreten. Schade um das Potential.


Welche Folgen hat das für Osnabrück?
Finanzielle Kürzungen bedeuten gleichzeitig und automatisch Kürzungen von Ideen, Kürzungen von Kreativität, Kürzungen von Qualität.


Wenn man den Begriff „Kultur“ mit „einen Acker kultivieren“ in Verbindung setzt, dann wissen wir, dass Monokultur einen Boden auslaugt und Zusatzstoffe braucht, um den gewünschten Ertrag zu bringen. Die immer stärkere Zuführung von Zusatzstoffen in Monokulturen hat dazu geführt, dass wir qualitativ mindere Bodenprodukte erhalten.


Für jemanden, der – ganz dem Klischee– jeden Abend vor dem Fernseher sitzt mit seinem Bier, ist eine Monokultur ausreichend. Es braucht allerdings nicht viel Phantasie, um zu wissen, was bei so einer ausschließlichen abendlichen Tätigkeit herauskommt: Abgestumpftheit und Krankheit. Keine Ideen, nichts.


Wenn man so eine Bevölkerung haben will, die irgendwann verstört ist, uneffektiv arbeitet, betrunken und grölend durch die Stadt oder bei Massenveranstaltungen herumläuft oder sich zuhause heimlich den Drogen ergibt, ist man mit Kürzungen oder sogar Schließungen im Kultur- und Sozialbereich auf dem besten Wege dorthin.


Unverantwortlich und unverständlich, wenn man Intelligenz voraussetzt, die nicht kurzfristig sondern langfristig denkt.


Kulturvorführungen verschiedenster Art – für jeden etwas – regen an, damit wir abschalten können.


Wir kommen aus einer Tradition der „freien Kultur“ mit „Meinungsfreiheit“, „freiem Markt“, „freiem Willen“ und „freien Wahlen“.
Eine freie Kultur unterstützt und schützt Schöpfer und Neuerer.
Die Osnabrücker Kulturträger und freien Kulturinitiativen wollen keine aufoktruierte „Erlaubniskultur“ haben, sondern Schutz der freien Kulturen.


Sie haben es zunehmend schwer, ohne sicherem Netz ihre Arbeit zu machen.


Wir stehen mit beiden Beinen auf dem Boden, den wir kultivieren. Auch in Osnabrück.


Sonia Wohlfarth Steinert
Februar 15, 2010

www.osnabrueck-kultur.de

Quelle: http://www.osnabrueck-kultur.de/



Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 20. Februar 2010 um 23:06 Uhr