
| Bildung für die Dritte Welt |
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Es geht um 32 100 Euro: So hoch ist der Zuschuss der Stadt für das Aktionszentrum 3. Welt. Geld, das die Verwaltung gerne einsparen möchte. Im Redaktionsgespräch mit der Neuen OZ äußern sich der Vorstandssprecher der Organisation, Franz Wirtz, und Bildungsreferent Reinhard Stolle. Stolle und Wirtz fügen dem Lamento der Osnabrücker Kulturszene neue Strophen an, aber der Refrain ist der, den alle singen. Darin geht es um die Kürzungsvorschläge der Kulturverwaltung – einerseits. Ein besonderes Tremolo erhält der Klagegesang aber immer an der Stelle, wo es um die Art und Weise des Vorgehens geht. Denn wie mit anderen Kulturträgern hatte mit dem „A3W“ im Vorfeld niemand gesprochen. 32100 Euro erhält die Einrichtung bisher von der Stadt. Damit wird zu zwei Dritteln die Stelle Reinhard Stolles finanziert: Er arbeitet seit 18 Jahren als Bildungsreferent. „Wir verstehen unsere Arbeit als Bildungsarbeit“, sagt Wirtz und zielt damit auf Widersprüche, die er in der Ausrichtung der Stadtentwicklung feststellt: Der Bereich Bildung war ja aus den Streichszenarien zur Haushaltskonsolidierung herausgenommen worden. An Aktivitäten auf diesem Feld können Stolle und Wirtz aber eine ganze Reihe aufzählen: Sie informieren hier Schulklassen über Dritte-Welt-Länder oder führen Bildungsprojekte für die Armen in Südamerika oder Afrika durch. Als Stolle erfuhr, dass seine Stelle der Haushaltskonsolidierung geopfert werden solle, kehrte er gerade aus Kapstadt zurück, wo er ein Bildungsprojekt in den Townships betreut hatte. Auch in Osnabrück ist das Aktionszentrum präsent: Durch den Dritte-Welt-Laden, der zu den größten seiner Art in Niedersachsen gehört, ideologiefrei – „ohne Jute statt Plastik“, meint Würtz – über Problemstellungen informiert, Fair-Trade-Produkte anbietet und damit einen Umsatz von 250000 Euro jährlich erwirtschaftet. Und ebenfalls für jeden Osnabrücker erlebbar, beteiligt sich das „A3W“ an der Organisation des Afrikafestivals. Für gut 30000 Euro ist das natürlich nicht zu haben: Auf gut 350000 Euro beläuft sich der Etat des Aktionszentrums – von denen Stolle einen Großteil bei Sponsoren und Stiftungen einwirbt. „Zu jedem Euro, den die Stadt gibt, kommen drei Euro an Projektförderung.“ Ein Mehrwert, der wegfällt, wenn die Stadt die Basisfinanzierung streicht. „Frau Rzyski konnte das alles nicht wissen“, sagt Wirtz indessen ohne Groll. Mittlerweile hat es Gespräche gegeben, und Einsicht über die Nöte der Stadt zeigen Stolle und Wirtz genauso wie alle anderen Kultureinrichtungen. Mit ihrem Vorschlag zur Konsolidierung stechen sie allerdings heraus aus dem Chor der Betroffenen: Sie fordern gleiches Recht für alle. Zwei bis drei Prozent weniger würde das A3W wohl verschmerzen – wenn das auch für alle anderen Einrichtungen gilt. Theater inklusive. Von Ralf Döring - Osnabrück Quelle: http://www.neue-oz.de/information/noz_print/feuilleton/24672178.html
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| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 13. Februar 2010 um 10:43 Uhr |
